Montag, 3. November 2008

Toronto, Niagara Falls, Niagara on the Lake

Kanada is ja in viel besserem Zustand als die USA, merkt man schon bei den Strassen. Die Kanadier sind auch entspannter, merkt man schon bei der Einreise.

Nach langer Fahrt am Freitag gabs noch was zu Essen und Trinken im Elephant & Castle Pub in Downtown Toronto. Neben Sam Adams Bier in den USA konnte auch das kanadische mit Creemore Springs Beer gut mit österreichischen Stanrdards mithalten.

Früh morgens um 10 brachen wir dann auf die lange Fahrt von 140km zu den Niagara Fällen auf. Besonders schön isses da nicht, erinnert mehr an eine bekannte Glückspielstadt in der Wüste Nevadas als an ein Naturschauspiel. Wir haben alles erledigt, von naß werden bis "Behind-The-Falls" Walk, Star Bucks, Fotos schiessen. Zusammenfassung: kann man sich sparen.

Lustiger war es dann in der Ortschaft Niagara-at-the-Lake. Nettes Städtchen, Golfplatz im Zentrum, optisch vor 100 Jahren stehengeblieben: sehenswert!


Abends - eh scho wissen: Pub :-)
Auf den Strassen und auch drinnen, war die Hölle los, das ganze Zentrum eine einzige Halloween Party.

Sonntags unternahmen wir einen kleinen Stadtrundgang (Arts Insitute, etc.), fuhren mit dem Lift auf CN Tower (immer noch eines der höchsten Gebäude der Welt, nichts für Leute mit Höhenangst ;-). Die Zeit vergeht leider viel zu schnell wenns lustig ist und so brach ich nachmittags wieder zur Heimreise auf. Ging ganz flott eigentlich, bis zur Grenze zur USA, da mußte ich dann 1h warten. Der Herr Grenzbeamte interessierte sich sehr für meine gebrauchte Unterwäsche und den Zweck meines Aufenthaltes in Kanada. Sonst alles stressfrei...

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Annoyances

Manche Dinge fangen mich hier langsam zu ärgern an:

Das ständige Einweggeschirr
In nur sehr seltenen Fällen hat man das Glück und man bekommt Teller und Tassen aus Porzellan und Essbesteck aus Metall. Großteils ist alles Einweg. Der "halbe Liter" Cappuchino aus der Cafeteria beinhaltet zwar unglaubliche Mengen Milch, schmeckt aber eben aus Pappbechern nicht so gut wie aus einer schönen Tasse.

Alles natürliche verbessern zu wollen
Zu meinen kulinarischen Highlights zählen "Low Carb Bread" und fettfreie Milch mit erhöhtem Vitamin D Anteil. Man versucht hier anscheinend alles in seine Bestandteile zu zerlegen um es dann in 200 verschiedenen Varianten wieder zusammen zu mischen. Milch mit 3,5% Fett hab ich hier noch nie gesehen. Auch der Versuch Naturyoghurt zu kaufen schlug fehl, es schmeckte doch en wenig nach Vanille.

Sprit
Meine Karre schluckt 14l pro 100km und hat 200 PS, geht hier als "Compact Class" durch. Der Sprit ist pro Gallone seit ich hier bin USD 1,20 billiger geworden. Solche enormen Änderungen werden in Österreich zu meinem Unmut anscheinend durch das Steuersystem effektiv abgefedert.

Strom
Geheizt wird hier nach der Methode: Luft umströmt heissen Draht. Die Wände sind mehr oder weniger aus Karton. Zur Blüte Zeit der Kernenergie wurde hier in den Schulen unterrichtet, dass Energie eines Tages nichts mehr kosten wird. Genau so wird hier damit umgegangen.

Public Drinking
Vorm Hotel ist ein Raucher Platz (ja, ich bin immer noch rauchfrei!). Trotzdem ein netter Platz um mit Rauchern gemütlich ein Döschen Bier zu trinken. Nicht zu machen ohne den Unmut anderer Hotelgäste zu provozieren. Die Begründung war nicht etwa die Geräuschkulisse sondern eben das "Public Drinking" und angeblich auch "Doing drugs". Detto in Traverse City, wo wir uns in die Wiese setzen wollten um unseren neu erworbenen Wein zu verkosten ---> keine Chance. Sobald wieder warm wird muss ich unbedingt mal wieder ein Stadtpark Picknik organisieren :-)

Dienstag, 28. Oktober 2008

Chicago Weekend

Nach einer endlos erscheinenden Fahrt durch den Regen von Michigan (und ein Stück von Illinois) erreichten wir gegen Mitternacht Chicago. Abgestiegen waren wir im Chicago Hilton, was ausser teuer zu sein nicht viele bemerkenswerte Eigenschaften hatte. Das Gebäude ist sehr alt, die Ballsäle sehen so aus wie die Sophiensäle in Graz. Die Betten waren zu klein, Service generell nicht inklusive. Im Zimmer stand eine Flasche Wasser für 7,- $, Parken für 2 Tage kostet 100,- $.
Gleich nach der Ankunft flanierten wir noch auf der Suche nach einem kleinen Imbiß die Michigan Avenue entlang, was auch nachts sehr beeindrucken ist. Wir fanden schliesslich eine Enothek, in der wir Wein und Käse verkosteten. War wieder mal eine angenehme Abwechslung etwas zu sich zu nehmen, bei dem es Sinn hat auf das Aroma acht zu geben.




Samstag ging dann das Programm los. Chicago ist anscheinend immer schon die Spielwiese von Architketen gewesen, sie sind sehr stolz darauf und haben eine ausgeprägte Kunstszene (Museen, Shops, Architektur Boat Trips, Kaffees, ...). Ein gewisser Herr Gehry hat sich im Millenium Park ausgetobt, Mies van der Rohe hat hier seine ersten Hochhäuser gebaut. Art Nouveau sieht man hier auch im Format XXL. Allgemein verliert man aufgrund des großen Angebots schnell mal den Überblick. Die Architektur Bootsfahrt am Chicago River war dann endgültig zu viel ;-)



Einen tollen Ausblick genossen wir dann am Hancock Tower, einer weiteren abenteuerlichen Stahlkonstruktion. Danach gings über mehrere Lokalitäten ins House of Blues, einem legendären Blues Club in Chicago. Nach einer Shopping Tour im "House" eigenen Shop gabs nette Live Musik und natürlich das eine oder andere Bierchen.



Im Gegensatz zu Samstag gabs Sonntag dann Schönwetter, logischerweise haten wir Sonntag dann das Indoor Programm im Museum of Fine Arts. Viel mehr als die zeitgenössische amerikanische Sammlung ging sich nicht aus, da das Museum sehr weitläufig ist.

Montag, 20. Oktober 2008

Downtown Detroit

Entgegen aller Warnungen fuhr ich mit Helmut Sonntag mittags ins Zentrum von Detroit. Am Ufer sieht man nach Kanada und es ist an der River Front eigentlich ganz nett. Die ganze Szenerie wird natürlich sehr von der GM Zentrale - dem Renaissance Center- dominiert. Die Innenstadt wirkt sehr urban, und ist auch gut angelegt, leider war es bis auf ein paar Läufer, die noch vom Detroit - Windsor Marathon übrig geblieben sind eher leer. Detroit leidet seit den 50er Jahren an Bevölkerungsschwund. Ihren Höhepunkt erreichten die Probleme 1967 in Rassenunruhen. Seit den 90er Jahren versucht man die Stadt wieder auf Vordermann zu bringen und nicht bewohnte verfallene Häuser abzureissen. Weiters versucht man die Attraktivität des Stadtzentrums zu erhöhen, was aber anscheinend nicht gelingen mag, 2007 galt Detroit als die gefährlichste Stadt in den USA (Wikipedia).

Nach einer Fahrt mit der Hochbahn, dem People Mover, fuhren wir noch auf die Belle Isle, die im Fluß genau zwischen Kanada und den USA liegt.

Zusammenfassend: Wenn man grad da ist kann man nette Fotos schiessen, extra herkommen muß man wegen Detroit nicht.

People Mover, Renaissence Center, Drive

Halloween Party

Nach einem netten Spaziergang im Pontiac Lake Recreation Area gings am Abend mit Marion zu einer Halloween Party bei Bekannten von Besa und Jeff in Sterling Heights. Die Ankunft war toll, weil noch niemand da war den wir kannten. War aber allen egal ;-)
Die Leute dort waren erfrischend liberal eingestellt. So kam ich unverhofft zu einem sehr interessanten Abend. Die Kostüme waren teilweise ziemlich ausgefallen und teilweise so gar nicht in mein prüdes Bild der Amerikaner passend. Es wird sehr viel Aufwand betrieben, letztendlich sorgt das auch für viel Gesprächsstoff. Zum Glück war ich der DD ("Designated Driver") so konnte ich mir den übermäßigen Alkoholkonsum, dem dort alle erlegen sind, ersparen.

Montag, 13. Oktober 2008

Traverse City

Dieses Wochenende ging die Reise nach Traverse City. Liegt ungefähr 5 Stunden Autofahrt nordwestlich von hier und ist bekannt für deren "Indian Summer", weils dort eben viel Wald gibt. Die Mischung des Baumbestandes - allerlei Ahornsorten - tun ihr übriges für die Farbgestaltung.

Freitag nach der Ankunft gings gleich mal ins Pub, und ja auch die Amerikaner verstehen was vom Feiern, obwohl ich denke, dass wir Österreicher besser mit Alkohol umgehen können ;-)

Nach einem proteinreichen Frühstück mit "low carb bread" gings dann auf einen kleinen Stadtbummel ins Zentrum und einem kleinen Yachthafen, der allerdings leer war.

Nach einer schönen Fahrt mit einigen Photo Zwischenstopps besichtigten wir das "Old Mission Lighthouse", welches zufälligerweise genau am 45. Breitengrad, d.h. genau an der Hälfte zwischen Äquator und Nordpol. Das "Old Mission Lighthouse" liegt an der Nordspitze der Peninsula, einer schmalen Halbinsel, die dort in Michigan See wächst. Die Halbinsel wird vorwiegend für Weinbau genutzt, klarerweise besuchten wir dann auch eines dieser "Chateaus" zur Weinverkostung. Das Chateau war sehr schön auf einem Hügel gelegen, der Wein war eher Mau, was mich aber besonders störte, war die tatsache, dass es uns nicht gestattet war draussen in der Wiese liegend, eine Flasche Wein zu vertilgen (Argumentiert wurde in der Richtung, nicht erlaubt, keine Lizenz, usw., allerdings standen auch draussen einige leere Weinflaschen herum. Ich denke nicht, dass ich das verstehen muss.

Abends gings in ein eher feineres Restaurant, jedoch waren nicht nur die Preise fein, sondern auch das präsentierte Essen. Bemerkenswert war die Vorspeise: Ein Salat mit u.a. Spinatblättern, Nüssen, Rosinen und einer Himbeer - Balsamiko Vinaigrette. Das Bier - ein "Special Oktoberfest Brew" - konnte auch durchaus mit europäischer Qualität mithalten. Hauptspeise - was auch sonst - ein Steak. Dieses war - wie in den USA nicht anders zu erwarten - Spitze. Alles in allem, ein sehr schöner Ausklang zu dieses ereignisreichen Tages.

Am Tag 2 fuhren wir zum "Sleeping Bear Dunes" Park. Die Sleeping Bear Dunes sind die Überreste eines vor erst ca. 2000 Jahren entgültig geschmolzenen Gletschers. Durch Winderosion verändert sich die Landschaft dort ständig, was zu sehr interessanten Formationen führt. Highlight ist ein sandiger Hang, der ca. 200 Höhenmeter in den Lake Michigan abfällt. Entgegen aller Warnungen, dass der Aufstieg auf einer steilen Sanddühne "etwas" anstrengend sein könnte, lassen es sich doch viele nicht nehmen, trotzdem runter zu gehen um danach zu bemerken, dass der Anstieg anstrengend ist.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Ann Arbor

Zusammen mit 4 Kollegen gings Sonntag nach Ann Arbor. Die Stadt ist sehr dominiert von der University of Michigan. Der Campus verteilt sich über die halbe Innenstadt. Zu den bautschnischen Highlights, die man auch in der Gallery betrachten kann, zählen der Belltower Brunnen, der Burton Turm, die Biomedizinische Fakultät, oder die Angell Hall.

Natürlich sind wir auch in ein paar der Gebäude reinmarschiert und auf diesem Wege im Lesesaal der juristischen Fakultät gelandet. Das Gebäude in dem die juristische Fakultät untergebracht ist wurde übrigens von einem Alumnus gespendet (Wikipedia).

Entgegen aller Gerüchte, dass das Essen hier ausschliesslich ungesund ist, haben wir ausgezeichnet in einem vegetarischen Restaurant gespeist, die Belegschaft war outfit - technisch sehr an ihre Produktlinie angepasst ;-)